DGPPN-Kongress: Psychiatrie in der DDR – ein wissenschaftshistorischer Diskurs

27.11.2021 | Hybridveranstaltung

Auf dem diesjährigen DGPPN-Kongress moderiert Prof. Ekkehardt Kumbier am 27.11.2021 ab 12.30 Uhr das Symposium "Psychiatrie in der DDR – ein wissenschaftshistorischer Diskurs", auf dem Kathleen Haack vom SiSaP-Teilprojekt Greifswald/ Rostock und Rainer Erices vom SiSaP-Teilprojekt Erlangen-Nürnberg jeweils einen Vortrag halten werden.

  

Das Symposium widmet sich verschiedenen Aspekten der Psychiatrie in der DDR und ist eine Fortsetzung der in den letzten Jahren durchgeführten Veranstaltungen. Die interdisziplinäre Besetzung ermöglicht unterschiedliche Denk- und Forschungsansätze und versteht sich als Annäherungsversuch an eine vielschichtige Thematik.
Zunächst wird die Stellung der Psychiatrie innerhalb des staatlichen Gesundheitswesens untersucht, wobei vor dem Hintergrund der Gesundheitspolitik auf grundsätzliche Probleme des Fachgebiets in der DDR fokussiert werden soll.
Im Weiteren wird die Entwicklung der klinischen Psychologie betrachtet, die sich in der DDR schon in den 1950ern in der Psychiatrie etablieren konnte. Nicht zuletzt aufgrund des Ärztemangels übernahmen Psychologen wichtige Aufgaben in der psychiatrischen Diagnostik wie auch Therapie. Der Vortrag charakterisiert die klinische Psychologie in der DDR im Vergleich zur Bundesrepublik aber auch der UdSSR und anderen Ostblickstaaten bis Ende der 1970er.
Ein weiterer Beitrag stellt die Abteilung für forensische Psychiatrie und Psychologie der Charité-Nervenklinik vor. Diese von Hans Szewczyk zwischen 1961 bis 1988 geleitete Einrichtung war in dieser Zeit maßgeblich für das Fachgebiet innerhalb der DDR und entfaltete in Zusammenarbeit mit Juristen, insbesondere am Obersten Gericht der DDR, eine beträchtliche gesellschaftliche Wirkung.
Entsprechend der längst überfälligen Forderung, den historischen Umgang mit der Staatssicherheit und der für sie tätigen Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) nicht an einer verengten Apparat- und Institutionengeschichte auszurichten, wird abschließend an Beispielen aus psychiatrischen Einrichtungen in der DDR das Handeln von IMs untersucht und dessen konkrete Auswirkungen auf Personen und Institutionen beleuchtet.
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Vorträge aus dem SiSaP-Projekt

27.11.2021 ab 12.30 Uhr

Rainer Erices: Politik und Psychiatrie in der DDR

Kathleen Haack: "Label IM" – wissenschaftshistorische Forschung zu Inoffiziellen Mitarbeitern am Beispiel der Psychiatrie

   

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